Die Burgruine Hohenegg

 
Der Verein Burg Hohenegg
 
Die Burgruine Hohenegg kann ab Frühjahr 2006 für kleinere Veranstaltungen wieder gemietet werden.

 
Als besonderes Service ist die „Taverne“ mit Fließwasser, Abwasch, Kochgelegenheit und Kühlschrank jederzeit benutzbar ausgestattet und auch für Cateringfirmen einsetzbar.

 
Nähere Auskünfte und Terminvereinbarung über Frau DI Helga Montecuccoli, Tel: 02749/2290, e-mail:  office(at)montecuccoli.at.

 
 
Geschichte der Burg Hohenegg
 
Die Geschichte der Burg Hohenegg reicht sehr weit zurück. Sie wird hier ab der Übernahme durch die Familie Montecuccoli kurz dargestellt.

 
Bedingt durch die eingeleitete Gegenreformation Kaiser Ferdinands II musste der Protestant Neuhaus Hohenegg 1629 die Burg an die verwitwete Gräfin Barbara Gienger, geborene Concin, in zweiter Ehe verheiratet mit dem geheimen Rat und Kämmerer Girolamo (Hieronymus) Montecuccoli, um 67 000 Gulden und 200 Dukaten Leihkauf veräußern.

 
Ferdinand II löste zugunsten der in Hof- und Kriegsdiensten ausgezeichneten Familie Montecuccoli Hohenegg vom Lehensband unferhob die Herrschaft zu einem freien Allodialgut. Als Graf Hieronymus 1643 starb, erbte der Neffe Raimondo (Raimund, 1609-1680) an Sohnes statt.

 
 
Das Adelsgeschlecht der Montecuccoli

Die Motecuccoli entstammen altem italienischem Adel – die namengebende mittelalterliche Burg Montecuccolo liegt bei Pavullo auf einem Vorhügel des Apennin. In den Kämpfen in diesen Landstrichen standen die Montecuccoli stets auf kaiserlicher, ghibellinischer Seite; wohl mit ein Grund, dass ihnen Karl IV 1369 das Vieradlerwappen verlieh. 1530 erhob Karl V anlässlich seiner Kaiserkrönung das Geschlecht Montecuccoli in den Reichsgrafenstand.

 

Feldmarschall Fürst Raimund Montecuccoli

1625 trat Raimund Montecuccoli in den kaiserlichen Kriegsdienst ein. Als junger Offizier nahm er an den Entscheidungsschlachten von Breitenfeld (1631), Lützen (1632) und Nördlingen (1634) teil.
In dreijähriger schwedischer Kriegsgefangenschaft begann er mit der später fruchtbar fortgesetzten Arbeit an seinen militärwissenschaftlichen Schriften. Gegen die gefürchteten Kriegsherren Frankreichs bzw. Schwedens, Turenne und Torstenson, stand Montecuccoli in der Endphase des dreißigjährigen Krieges erfolgreich im Felde.
1657 heiratete er die zwanzigjährige Gräfin Maria Margarethe von Dietrichstein, Hofdame der Kaiserin Eleonora von Gonzaga.
Wieder rief ihn der Krieg Schwedens gegen Polen an die Spitze der kaiserlichen Hilfstruppen, die er nach dem Entsatz Krakaus bis nach Dänemark führte. Die Ernennung zum Feldmarschall war der Lohn.
Besondere Bedeutung hat der Sieg Montecuccolis über das Osmanenheer am 1. August 1664 bei Mogersdorf – St. Gotthard.  
Zahlreiche Einzelsiege in verschiedensten Schlachten sollten noch folgen.
Bedeutend war sein unentwegtes Wirken für Disziplinierung und Ausrüstung der stehenden kaiserlichen Armee als Präsident des Hofkriegsrates. Das „Montecuccoligewehr“ mit seinem Kombinationsschloss dokumentiert den Übergang von der alten Luntenmuskete zur Flinte mit Steinschloss. Das Original ist im Heeresgeschichtlichen Museum ausgestellt, eine Kopie im Heimatmuseum Hafnerbach. Es war diese beharrliche Aufbauarbeit Montecuccolis, die in naher Zukunft den kaiserlichen Waffen die Entscheidung in der Einzelschlacht um Wien 1683 und weiterhin die erfolgreichen Feldzüge des Prinz Eugen ermöglichen sollte.
Raimund war nur selten ein Aufenthalt auf Hohenegg gegönnt; dennoch erlebte die Burg unter ihm ihre Glanzzeit.
Um die Arrondierung seines Familienbesitzes war Raimund Montecuccoli eifrig bemüht: Erworben und zu einem Fideikommiss-Majorat mit Hohenegg vereinigt wurden: 1665 die Herrschaft Gleiß (bei Sonntagsberg), 1669 die benachbarte Osterburg, 1675 Palais und Garten in Wien und in seinem Todesjahr 1680 das nahe Haindorf. Unter seinen Nachfolgern kam 1710 noch Mitterau zum Fideikommiss.
Die Pracht der Montecuccolischen Barockresidenz spiegelt sich in der „Kurtzen Beschreibung des Schloß und Vestung Hohenegg“: „Noch war die Vestung wehrhaft; sie barg ein schöne grosse rüstcammer von 2 gewölbten zimmern, welche mit gatzen harnisch, puckhlhauben, pantzer, schlachtschwerdtern, feldschlangen, topelhacken und musketen dergestalten versehen, dass man alzeit bey fünff oder sechshundert man ausstaffiren könne.“
Das fortschreitende 18. Jahrhundert brachte unter Maria Theresias Regierung im Verhältnis zwischen Staat, Grundherrschaft und Untertanen entscheidende Änderungen. 1753 wirde mit der Errichtung der Kreisämter das Gerüst einer staatlichen Lokalverwaltung geschaffen, auf das sich die Reformen Josefs II stützen konnten. Das Revolutionsjahr 1848 führte mit der Aufhebung der Grundherrschaft und der Patrimonialgerichtsbarkeit  endgültig das Ende der über ihre Zeit hinaus konservierten feudalen Strukturen herbei.
Die Umstellung auf die neuen Gegebenheiten brachte für den Adel schon im 18. Jhdt. Die Notwendigkeit der Einschränkung seines allzu aufwendigen Lebensstils mit sich. Das 1746 bis 1755 als Witwensitz in maßvollen Dimensionen von Graf Franz Raimund Montecuccoli errichtete Schloss Mitterau wurde von seinem Sohn und Nachfolger Zeno zur Residenz der Familie gemacht. 1756 übersiedelte die Kanzlei von Hohenegg nach Mitterau.
Seit der Verlegung der familiären und ökonomischen Interessen nach Mitterau wurde das hochgelegene Ahnenschloss Hohenegg nur noch zur herbstlichen Jagdzeit aufgesucht und notdürftig instandgehalten.
Im Jahre 1777 ließ sich der Hofkriegsrat über die Möglichkeit der Verlegung der Knaben-Militärerzeihungsanstalt von Pettau in die Burg Hohenegg berichten. Der Plan kam aber nicht zur Ausführung.
Damit war das Schicksal des stolzen Baues besiegelt. 1878 wurde im Zuge der josephinischen Maßnahmen die Kapelle entweiht. Vom Verwalter Podinsky übel beraten, ließ Graf Peregrin Montecuccoli die Dächer der Vorburg abdecken und verkaufte die Ziegel an das Stift Melk. Noch dienten die einstigen Herrschaftssääle der Hochburg als Getreideschüttböden; bald waren die Gebäude aber jedem Zugriff preisgegeben.
Am 27. April 1905 stürzte die Kapelle ein, das nahe Dach des Osttraktes folgte 1928. Wenig späte sollten auch die Außenmauern der einstigen Prachtsäle in die Tiefe stürzen.

Der Wiederaufbau
 
Trotz fortschreitendem Verfall blieb die Burg Hohenegg ein beliebtes Ausflugsziel. Grund genug für Anton Oezelt und Walter Schoderbeck, um 1970 mit der Renovierung der Ruine zu beginnen. Zahlreiche Helfer beteiligten sich an der Sanierung der Ruine. Der Turm ist wieder begehbar, ein Montecuccoli-Saal wurde errichtet. Dort wird heute u.a. Theater gespielt. Zahlreiche Festveranstaltungen wurden seit der Restaurierung auf der Ruine Hohenegg abgehalten.
Die Betreuung der Ruine Hohenegg obliegt heute dem Verein Burg Hohenegg.
Die Informationen sind dem Werk „Wolfgang Häusler und Josef Stern: Burg und Burgherrschaft Hohenegg“ entnommen.

 

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